#12von12 - August - Ankommen - Verwandeln - Wachsen - Kunst von Nadine Kleier
- nkleier
- 12. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Ankommen. Verwandeln. Wachsen.
Es gibt Monate, die fühlen sich an wie eine einzige lange Baustelle
– und genau so einer liegt hinter mir.
Zwischen Kartons und Farbeimern,
zwischen Zaunlatten und Gartenstühlen
(die sich als tückischer erwiesen haben, als gedacht),
zwischen Estrich und ersten Skizzen
ist ganz schön viel passiert.
Ich zeige euch,
wie aus einem Haufen Schaumglasschotter langsam ein Atelier wird.
Wie man mit einem Spaten in der Hand und wenig Würde
durch einen Klappstuhl rutscht.
Erste Arbeiten aus dem provisorischen Arbeitsplatz.
Es geht um Neuanfänge,
um kleine und große Verwandlungen – und darum,
dass mitten im ganzen Umzugschaos
auch noch Pflaumen geerntet und Kunstwerke gerahmt werden wollen.
Kommt mit auf einen Rundgang durch meinen Monat
– es lohnt sich, bis zum Schluss zu bleiben.

Fangen wir mit einem kleinen Erfolgserlebnis an,
denn davon kann man in dieser Umzugsphase nie genug haben:
Unsere Küche.
So sah sie vor ein paar Wochen aus – Baustelle pur.
Und so sieht sie jetzt aus.

„Na gut, dann setz ich mich eben hin und versuch, einen guten Eindruck zu machen."
Das waren meine letzten Worte, bevor ich durch den Klappstuhl gerutscht bin.
Und erstaunlich, wie schnell in solchen Momenten das Handy zur Hand ist.

Unser kleiner Pflaumenbaum hat geliefert – eine ganze Schale voll,
direkt an der neuen Adresse geerntet und genauso schnell wieder verputzt.

Wo vor Kurzem noch der Schaumglasschotter lag, ist nun ein Boden
- glatt und sauber.
Langsam kann ich mir vorstellen, wie ich hier bald male.

Lange nichts, dann plötzlich zartes Grün.
Da hüpft das Herz.

Mein vorübergehender Arbeitsplatz.
Chaos, wenig Platz, viel Improvisation...
Wenig Platz heißt nicht: keine Arbeit.
Zwischen Kisten und Kartons sind ein paar kleine Werke entstanden – seht selbst.

Neben dem Malen gehört noch einiges mehr zum Job:
fotografieren, texten, hochladen, Werbung machen, Versand organisieren, Anfragen beantworten, Aufträge genau besprechen und festhalten.
Neu im Shop:
DIN-A4-Fineart-Prints – mehr Motive folgen.

Zwei meiner Leinwandbilder, frisch gerahmt – Originale, kein Druck.
Aktuell in Bremen im Künstlerhaus ART15 (Schnoor 15)

Frida, noch nicht ganz angekommen auf dem Malerfließ,
aber immerhin mit ihrem Krokodil.
Und Elmo am Gartenzaun
– seinem Fenster zur Welt,
denn hier wird genau geschaut, wer gerade durchs Dorf kommt.
Leider noch mit sehr viel Gebell.
Elmo = Bell-Mo.

Eine Hummel an einer Blume, ganz bei sich.
Während ich Pause mache, geht sie ihrem Alltag nach,
ihren ganz eigenen Aufgaben.
Aerodynamisch gesehen, wissen wir alle, kann sie eigentlich gar nicht fliegen
– hat ihr aber offenbar nie jemand gesagt.
Gut so, denke ich.
Hätte ich alles geglaubt, was man mir gesagt hat oder eben nicht,
wäre ich heute auch nicht dort, wo ich bin.

Zwei alte Bekannte am Zaun der alten Adresse,
beide stolze 120 cm groß
„Erbstücke" vom Papa meines Mannes, seines Zeichens auch Künstler.
Offenbar liegt sowas in der Familie.
Jetzt haben wir die beiden an der Backe, und ehrlich gesagt:
einen Umzugstermin haben sie bislang nicht bekommen.
Zwei Herren, die einfach stur am alten Zaun ausharren,
während der Rest von uns längst weitergezogen ist.
Wer den beiden ein neues Zuhause bieten möchte, meldet sich gern.
Ansonsten wandert die Idee vielleicht direkt zum jüngsten Kind
unseres neuen Vermieters
– der freut sich sicher wie Bolle über zwei übergroße Gartenzwerge vor der Tür.
Grins.
Erst wenn sich der Pinsel im Glas bewegt, wird der Schimmer sichtbar
– die Farbe schwebt in feinen Wellen durchs Wasser,
ganz leise, fast zärtlich.
Manchmal reicht schon eine kleine Bewegung, damit etwas zu leuchten beginnt.
Eine Bewegung ist eine Bemühung, ein Zutun
– manchmal auch einfach nur ein positiver Gedanke.
Ankommen. Verwandeln. Wachsen.
Bis zum 12. September
Ich freue mich auf Dein Feedback !!!



Kommentare